Kampf dem Coburger Convent 2022 – Unser Fazit

„Werte und Wandel“ lautet das selbsterwählte Motto der Stadt Coburg. Während die Stadt versucht sich diese progressiven Werte zu eigen zu machen, gibt es zahlreiche Beispiele, die dieser Selbstdarstellung widersprechen: Der Umgang mit dem rassistischen Stadtwappen, mit der M*-Straße oder M*-Brücke, mit der eigenen unzureichenden Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, dem Lobbyismus und – natürlich – dem Coburger Convent (CC). 
Vom 03. – 06.06.2022 haben wir – das breite Bündnis „Studentische Verbindungen auflösen!“ – vielfältigen Protest und diverse alternative Veranstaltungen gegen diese rechtskonservative bis rechtsextreme und elitäre Männerveranstaltung erfolgreich durchgeführt und auf die Straße gebracht. Die Teilnahmer*innenzahl, das positive Feedback und die angenehmen Stunden, die wir gemeinsam im verbalen Austausch und im Protest gegen den Coburger Convent verbringen konnten, lassen uns das vergangene Pfingstwochende insgesamt als Erfolg bewerten! 
Es ist uns gelungen, mit unserem Protest und mit der darauffolgenden Resonanz, den Diskurs um die antimodernen und fragwürdigen Traditionen, sowie über das Verhalten der in weiten Teilen nationalistischen Verbindungsstudenten ein Stück weit zu öffnen und uns teilweise den öffentlichen Raum zurückzunehmen. Dabei ist auch deutlich geworden, dass sich eine Vielzahl der Ansässigen von diesem rechtskonservativen Spektakel gestört fühlt und unseren Protest unterstützt. 
Neben dem vielen Zuspruch aus der „Vestestadt“ selbst, freuen wir uns auch über die gestiegene Teilnehmer*innenzahl, die sich auf unsere monatelange und bundesweite Mobilisierung zurückführen lässt. Die Kritik, dass es sich bei unserem Bündnis und den Protestteilnehmenden vorwiegend um angereiste Menschen handelt, lässt sich – wie auch schon seit Jahren – bei genauerer Betrachtung und Recherche nicht halten. Es ist egal wie oft Sprecher des CC dies betonen, es bleibt eine unbelegbare Behauptung. Dennoch ist es gerade auch wichtig, den Coburger Convent nicht nur als Angelegenheit der Coburger*innen zu verstehen. Denn das Weltbild und die einflussreichen Seilschaften der  Studentenverbindungen – der „Aktivitas“ & „Alten Herren“ – machen nicht an den Grenzen der oberfränkischen Provinz halt. Statt bundesweiten queer-feministischen, antifaschistischen und emanzipatorischen Protest aus irgendwelchen fadenscheinigen Argumenten heraus, unreflektiert als unzulässig abzulehnen, wäre es für den CC stattdessen ratsam, sich lieber mit der fundierten und aktuellen Kritik auseinanderzusetzen. So zeigt auch das diesjährige Pfingstwochenende anhand einiger eindrücklicher Beispiele, dass unsere Mobilisierung und unser Protest gegen diese sexistischen Männerbünde und ihr Zusammentreffen wichtig und richtig ist! 
 
Während der Coburger Convent sich nach außen hin immer als unpolitisch und friedvoll darstellt, sieht die Realität jedes Jahr zu Pfingsten anders aus. Die Bilanz dieses Jahres ermöglicht uns dabei eine deutliche Einordnung. Die Verbindungsstudenten traten wie jedes Jahr selbstbewusst auf. In großen Teilen – auch durch die Hilfe der Polizei und die Masse der Korporierten – machten sie sich in den bürgerlichen und stadtbekannten Lokalen weitestgehend ungestört breit. In typischer Verbindungsmanier sangen die rechtsnationalen Verbindungsstudenten in einer Gaststätte der Coburger Innenstadt die deutsche Nationalhymne – inklusive der von rechtsextremen gern gesungenen ersten und zweiten Strophe des Deutschlandlieds. (Das Video liegt uns im Orignal vor).
Neben den üblichen zerbrochenen Maßkrügen, dem überall verbreiteten Urin und der Kotze in den Straßen unserer Stadt kam es außerdem zu mutwilligem Vandalismus gegen Coburger Lokalitäten wie z.B dem „Hopfen & Malz“ und dem „Picknick“. Letzteres positionierte sich mit Hilfe eines Schilds eindeutig gegen die Verbindungsstudenten. So waren die Korporierten dazu aufgerufen, ihre Mütze vor dem Betreten des Lokals abzunehmen. Ein Zusammenhang zwischen der öffentlichen Positionierung und dem Vandalismus ist aus verschiedenen Gründen naheliegend. (Quelle: https://www.infranken.de/lk/coburg/coburg-vandalismus-am-convent-wochenende-macht-wirte-fassungslos-danke-fuer-nichts-art-5472286). 
Wie jedes Jahr hat der Coburger Convent aufs Neue an seinen aus der Zeit gefallenen, rechtsnationalistischen Traditionen festgehalten. Wie zu erwarten lockte das widerwärtige Gedenken an verstorbene Nazibundesbrüder und der alljährliche Fackelmarsch in der ersten NS-Stadt Deutschlands zahlreiche organisierte Rechtsextreme aus Coburg und der Umgebung an. Am Tag des Fackelmarsches ließen sich verschiedene größere Gruppen der organisierten Rechten – auch in der Nähe des Gegenprotests – beobachten. Dass die Gefahr an den Tagen des Coburger Convents jedoch nicht nur von den Anreisenden und ansässigen Faschist*innen ausgeht, beweist ein Vorfall, der sich im Anschluss an den Fackelmarsch ereignete. 
Mehrere Zeug*innen konnten beobachten, wie ein 36-Jähriger CCler eine 22-Jährige Gegendemonstrantin mit einer nicht entzündeten Fackel im beisein anderer Verbindungsstudenten zu Boden stieß und ihr daraufhin in’s Gesicht schlug. Dem tätlichen Angriff folgte eine Vielzahl an menschenverachtenden und sexistischen Beleidigungen, die zeigen welches Geistes Kind diese vermeintliche Elite ist. Dieser Angriff ist widerwärtig und ekelhaft!
 
Für die bürgerliche Presse und die Stadt Coburg ist das allerdings kein Anlass, den Diskurs zum Coburger Convent weitergehend zu öffnen. Stattdessen hagelt es Beschwichtigung und Relativierung. Die Online-Zeitung „Fränkischer Tag“ und die dazugehörige Print-Zeitung „Coburger Tageblatt“ fiel bereits im Vorhinein mit reißerischen Überschriften auf, die offensichtlich versuchten, unseren Gegenprotest als gewaltätige Gefahr für Coburg darzustellen und damit zu delegitimieren. Während ihnen für unseren Protest Titel wie „Chaos droht“ oder das apokalyptische „Da braut sich etwas zusammen“ einfällt und jeder Mützenklau mehrere Absätze wert ist, relativieren sie die skrupellose Gewalttat des CClers. Diese Gewalttat, die sie – bevor wir eine Pressemitteilung zu diesem Vorfall veröffentlicht haben – mit einem Nebensatz abspeisten, thematisierten und beschwichtigten sie mit den Worten, dass sich der tätliche Angriff auf eine Gegendemonstratin „auf dem Instagram Account des Bündnisses (…) viel dramatischer“ lese als in der Polizeibilanz. Das mag stimmen, aber Polizeiberichte abschreiben ist auch schlichtweg kein Journalismus! 
Das liegt auch daran, dass die Polizei kein objektives Organ ist, wie sich auch deutlich an diesem Pfingstwochenende zeigte. Die Summe an „verdachtsunabhängigen Kontrollen“, die unerlaubte Forderung an Gegendemonstrant*innen ihre Fotos von einer Kamera zu löschen und das martialische Bullenaufgebot zum „Schutz“ des Fackelmarsches beweist genau das. Weitergehend schikanierte die Polizei den Gegenprotest und andere legitime Veranstaltungen mit der illegalen Praxis, das Protestgeschehen ständig abzufilmen und zu fotografieren. Das ganze Polizeitheater rundeten sie schließlich, mit einer komplett unnötigen, gewaltvollen und überzogenen, anlasslosen „Festnahme“ (vermutlich wurde hier nur eine Erkennungsdienstliche Maßnahme vollzogen) einer Einzelperson am Montag Abend in der Spitalgasse ab. Im Beisein einiger Gegendemonstrant*innen hörten einige Zeug*innen aus dem Bündnis die Absprache der Polizei: „Den nehmen wir!“ woraufhin ein unverhältnismäßiger Zugriff der Robocops folgte, dem kein ersichtlicher Anlass vorausgegangen ist. Es ist klar, dass es an dieser Stelle einzig und allein darum ging, uns einzuschüchtern und ein Exempel zu statuieren. Auch im Vorhinein schikanierten uns die Cops. So wurde eine Mobiveranstaltung in Berlin sichtbar und deutlich von Bullen in Zivil beobachtet und abfotografiert. Wir verurteilen jeden Versuch der Delegitimation und Kriminalisierung unseres legalen Gegenprotests gegen das jährliche Treffen der sexistischen, elitären und nationalistischen Männerbünde aufs Schärfste! 
Doch auch die Stadt Coburg, hat sich am Wochenende des Coburger Convents – neben den offensichtlichen Gründen, die wir im Vorangegangen schon aufgeführt haben – auch weitergehend nicht mit Ruhm bekleckert. Der 2.OB der Stadt Coburg Hans-Herbert Hartan (CSU) rundete die Kongressveranstaltung am Montag vor dem Fackelmarsch mit einladenden und herzlichen Worten gegenüber dem Coburger Convent ab. Diese Worte hätten gleichermaßen auch in einem AfD-Festzelt fallen können. So echauffiert sich der zweite Oberbürgermeister unserer Stadt über demokratische und legitime Kritik aus der „links-grünen“ Ecke und unsere Gegenveranstaltungen. Statt diese konstruktiv in seiner Rede einzubauen und darauf aufbauend die vermeintlich progressiven Kräfte im CC zu stärken, bestärkt er – wie leider für ein CSU-Mitglied zu erwarten – rechtsnationales Brauchtum und die Deutschtümelei. Für ihn ist der Fackelmarsch und das sog. „Helden“-Gedenken am Coburger Nazi-Denkmal in den Arkaden nicht aus der Zeit gefallen (Quelle: https://twitter.com/AnnaZellerPress/status/1534936274607517707 und Transkript). Damit entfernt sich der zweite Oberbürgermeister weit von den Positionen des sich während des Coburger Convents im Urlaub befindenden ersten OB und zeigt gleichsam die enge Verbundenheit der rechtsnationalen und konservativen Kräfte im CC und der Stadtpolitik. An dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein wer in Coburg für „Werte“ und vorallem „Wandel“ steht? Hans-Herbert Hartan und die örtliche CSU offenbar nicht. Vielmehr muss innerhalb der Stadtverwaltung und deren Leitung – respektive der 1.OB Sauerteig und dem Stadtrat – ein Denkprozess angestoßen werden ob sie sich für ein progressives und weltoffenes Coburg einsetzen wollen, das ALLE Coburger*innen integriert und ihnen einen Raum zur Entfaltung bietet oder ob sie sich von einer regressiven Bande vermeintlicher Eliten ihren toxischen Traditionskult und ihr völlig fehlgeleitetes Bewusstsein diktieren lässt, das keinem Menschen in der Stadt etwas 
zu bieten hat. 
 
Trotz – oder gerade wegen – all dieser übel riechenden und längst verdorbenen braunen und konservativen Suppe ist es uns an diesem Wochenende gelungen, ein stabiles Zeichen für eine progressive und emanzipatorische Zukunft ohne elitäre Männerbünde und ohne den rechtsnationalistischen Convent zu setzen. Der Protest in diesem Jahr war dabei nur ein Anfang. Auch wir möchten unseren Protest in den kommenden Jahren diverser gestalten und nehmen Kritik diesbezüglich sehr ernst. Eins ist auf jeden Fall sicher: Wir werden nicht aufhören, gegen diesen sexistische Männerhaufen der sich jedes Jahr in Coburg zusammentut zu protestieren! Wir werden keine Ruhe geben, bis mindestens der Fackelmarsch und das Gedenken am NS- und CC-Denkmal in Coburg ein Ende hat! 
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Wir sind bereit!

Wir sind bereit!

Am Freitag fahren wir gemeinsam mit dem Solibus aus Berlin über (Leipzig/Halle) nach Coburg um dem alljährlichen Treffen der rechtskonservativen und rechtsextremen Studentenverbindungen etwas entgegenzusetzen.

Berlin
Treffpunkt: 10:30 Uhr am O-Platz
Abfahrt: 11:00 Uhr

Leipzig/Halle*

Treffpunkt: ca. 12:30 Uhr an der Aral Tankstelle Schkeuditz (500m von der Haltestelle Schkeuditz/West)
Abfahrt: c.a 13:00 Uhr

Ankunft in Coburg:

zwischen 17:00 und 18:00 Uhr

Rückfahrt:

am Montag 03.06 nach dem Protest gegen den Fackelmarsch über Erfurt.

Spendenempfehlungen

Nur Hinfahrt aus Berlin oder Leipzig: 10€ – 15€

Hin- und Rückfahrt: 15€ – 30€

Rückfahrt nach Erfurt: 5€

Bitte in die Spendendosen im Bus einwerfen!

Weiter Infos folgen..

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Gemeinsam aus Berlin über Leipzig, den Coburger Convent stören!

Kampf dem CC – Gemeinsam aus Berlin über Leipzig und Erfurt, den Coburger Convent stören!

Informiert euch im Netz auf coburgerconvent.noblogs.org und auf Instagram „@studentenverbindungenauflösen“ über den genauen Ablauf und ganz wichtig: Kommt vom 03. bis 06. Juni nach Coburg! Für eine Welt ohne Sexismus, Nationalismus oder deutsche Männer(bünde)! Kampf dem CC!

Für die gemeinsame Anreise fährt ein Solibus von Berlin über Leipzig/Halle und wieder zurück. Meldet euch bitte über   unser Anmeldeformular** unter https://kampfdemcc.org/anmeldung an. Infos zu Abfahrtszeiten finden sich weiter unten. Bitte schaut regelmäßig hier auf unserem Blog oder bei Telegram vorbei um Änderungen mitzubekommen!

Außerdem haben wir einen Zeltplatz organisiert. Auch hierfür meldet euch gerne über das selbe Tool oder per E-Mail an, damit wir einen Überblick über die Personenzahl haben. Für Verpflegung am Morgen und eine warme Mahlzeit im Laufe des Tages wird nach bestem Wissen und Gewissen gesorgt. Der Zeltplatz dient als Schlafmöglichkeit (weniger als Aufenthaltsort) und wird mit Sicherheits- und Awarenesskonzept stattfinden. Wir wollen, dass sich die Teilnehmenden auf dem Zeltplatz sicher fühlen und im Zweifel Ansprechpersonen haben. Auch innerhalb der Stadt gibt es Rückzugsorte und Ansprechpersonen.

ACHTUNG: Unser Zeltplatz ist leider nicht barrierefrei!

Unsere Kanäle:

Blog: https://coburgerconvent.noblogs.org
Twitter: https://twitter.com/cc_aufloesen
Instagram: studentenverbindungenaufloesen
Telegram: https://t.me/ccaufloesen

Anmeldung unter:

https://kampfdemcc.org/anmeldung

Abfahrtszeiten:

Wir sind bereit!

Am Freitag fahren wir gemeinsam mit dem Solibus aus Berlin über (Leipzig/Halle) nach Coburg um dem alljährlichen Treffen der rechtskonservativen und rechtsextremen Studentenverbindungen etwas entgegenzusetzen.

Berlin
Treffpunkt: 10:30 Uhr am O-Platz
Abfahrt: 11:00 Uhr

Leipzig/Halle*

Treffpunkt: ca. 12:30 Uhr an der Aral Tankstelle Schkeuditz (500m von der Haltestelle Schkeuditz/West)
Abfahrt: c.a 13:00 Uhr

Aufgrund der wenigen Anmeldungen aus Erfurt und der Alternativmöglichkeit der Anreise mit dem 9€-Ticket fahren wir Erfurt auf dem Hinweg nicht an!

Ankunft in Coburg:

zwischen 17:00 und 18:00 Uhr

Rückfahrt:

am Montag 03.06 nach dem Protest gegen den Fackelmarsch über Erfurt, Leipzig nach Berlin.

Spendenempfehlungen

Nur Hinfahrt aus Berlin oder Leipzig: 10€ – 15€

Hin- und Rückfahrt: 15€ – 30€

Rückfahrt nach Erfurt: 5€

Bitte in die Spendendosen im Bus einwerfen!

**Das Anmeldetool findet ihr unter https://kampfdemcc.org/anmeldung. Unser Anmeldetool wurde unter höchsten Privatsphärevorstellungen und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt! Ein Zugriff der COPS (1312!) auf unsere und eure Daten ist – dank lokalem Hosting und unserer No-Log-Policy sowie der anonymen Abfrage (ohne Mail und Klarnamen) – nahezu ausgeschlossen! Weitere Infos zur Verschlüsselung werdet ihr auf der Seite des Tools dann finden!

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Kampf dem CC – Gemeinsam den Coburger Convent stören!

Jedes Jahr treffen sich am Pfingstwochenende (03.06 – 06.06.2022) mehrere tausend Verbindungsstudenten für den sogenannten Coburger Convent (CC). Dieser ist der größte Dachverband studentischer Verbindungen in Deutschland und Österreich und besteht nach eigenen Angaben aus circa 10.000 Mitgliedern in „Landsmannschaften“ und „Turnerschaften“.

„… ein Haufen verhetzter, irregeleiteter, mäßig gebildeter, versoffener und farbentragender junger Deutscher“

Kurt Tucholsky

Der CC propagiert eine Welt, in der Elitarismus, Sexismus und Nationalismus feste Bestandteile der Gesellschaft sein sollen und bedient sich dabei auch einer verklärten Darstellung geschichtlicher Ereignisse. Die elitären Männerbünde – und ganz besonders der CC – dienen dabei häufig als Sprungbrett für konservative und rechtsnationale Verbindungsmitglieder in einflussreiche Positionen, die diese Gesellschaft bestimmen und mitgestalten. Der Ausschluss von FLINTA*s, geschichtsrevisionistische und geschichtsvergessene Inhalte und Symbolik, die Offenheit nach Rechts und die elitären Seilschaften sind nur ein paar Kritikpunkte von vielen. Eine Veranstaltung, die diese „Ideale“ salonfähig machen will, gehört genauso wie andere Studentenverbindungen abgeschafft und ist für eine emanzipatorische Linke – egal wo sie sich organisiert, ob in Coburg, Leipzig, Berlin oder Erfurt – höchst problematisch! Denn der Einfluss der Burschis reicht weit über die Grenzen der kleinen oberfränkischen Stadt hinaus!

Um diesem Treiben entgegenzuwirken wird es auch dieses Jahr über das gesamte verlängerte Wochenende verschiedene Gegenveranstaltungen wie eine Demonstration, ein Konzert und Vorträge zu verschiedenen Themen rund um die Kritik an studentischen Verbindungen und darüber hinaus geben.
Damit das geplante Programm den gewünschten Erfolg erzielt brauchen wir vor allem eines: EUCH!

Informiert eure Freund*innen, teilt unseren Aufruf und unsere Kanäle und kommt vom 03. bis 06. Juni nach Coburg! Für eine Welt ohne Sexismus, Nationalismus oder deutsche Männer(bünde)! Kampf dem CC!

 

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Der Coburger Convent – Verbindung für Konservative & extreme Rechte

Vielen Dank an die Genoss:innen aus Bochum für Ihren Gastbeitrag!
Weitere Infos zu Verbindungen zw. der FDP extremen Rechten findet Ihr auf dem Infoportal Antifaschistischer Gruppen aus Bochum
Mehr Infos zu Identitären in und um Bochum auf der Seite der Rechercheplattform zur Identitären Bewegung

In Bochum sind verschiedene Studentenverbindungen ansässig. Einige von ihnen sind explizit rechts und verfolgen eine politische Agenda. Bundesweit sind insbesondere Burschenschaften immer wieder Keimzelle und Rückzugsort für extrem rechte Strukturen. Überschneidungen und Kontakte mit Neonazis, völkischen-Nationalist*innen oder neurechten Strukturen haben dabei System.

In Bochum ist u.a. die Landsmannschaft „L! Ubia Brunsviga Palaeomarchia“ in der Franzstraße 14 ansässig, die wiederum dem rechten Dachverband Coburger Convent angehört. Im Coburger Convent sind ca. 100 Landsmannschaften und Turnerschaften ausschließlich sog. klassischen Typs – d.h. farbentragend und pflichtschlagend – vereinigt. Nach außen geben sie sich meist unpolitisch, selbstverständlich tolerant und gegen jede Art von Extremismus. Tatsächlich wird dort jedoch ein elitäres, reaktionäres und rechtskonservatives Weltbild gelebt und verbreitet.

Die „L! Ubia Brunsviga Palaeomarchia“ in Bochum steht genau für diese bürgerliche Fassade, während im Hintergrund teilweise extrem rechte Kreise mitmischen. Brisant im Bochumer Fall ist, dass mit Olaf in der Beek ein ranghoher FDP-Politiker und Bundestagsmitglied Landsmannschafter der Ubia ist. Durch das lebensbündische Prinzip ist er nun „Alter Herr“ dieser Landsmannschaft und hält diesen ultrakonservativen und nationalistischen Kreisen die Treue.

2017 wurde bekannt, dass der gewaltaffine und vorbestrafte Identitäre Bastian Hans in der Ubia aktiv ist. Hans nahm dort bis November 2017 den Rang des Drittchargierten ein und war damit Kassen- bzw. Schriftwart. Aufgrund der Bekanntmachung seiner Aktivitäten wurde Hans´ Name mittlerweile von der Homepage entfernt. Vom 30.09.18 bis 03.10.18 sollte Hans eine Abgeordnetenfahrt mit dem Bundestagsabgeordneten Olaf in der Beek nach Berlin machen. In der Beek ist ebenfalls Mitglied der Landsmannschaft und wurde vorab über seinen potentiellen rechten Gast informiert. Ob Hans nach wie vor Landsmannschafter ist, bleibt unklar. Die Landsmannschaft und er Bochumer FDP-MdB in der Beek hüllten sich nach Bekanntmachung in Schweigen.

2019 wurde die Landsmannschaft „L! Ubia Brunsviga Palaeomarchia“ Gegenstand eines brisanten Recherche-Artikels, der über eine offenbar durchgestochene Postkarte aufzeigt, wie Olaf in der Beek über die Landsmannschaft mit Identitären (Bastian Hans, s.o.) und von Verfassungsschutz beobachteten AfD-Rechtsaußen zu tun. Der Inhalt dieses Artikels ist im Folgenden zusammengefasst und zeigt gut die hinter der Fassade existierenden Seilschaften und Netzwerke auf. Als „Alter Herr“ und im Berliner Politikbetrieb aktiv, zeigt sich in der Beek nur noch zu größeren Anlässen seiner Landsmannschaft in Bochum. Am 19./20. Mai 2018 nahm in der Beek am umstrittenen Aufmarsch rechter Landsmannschaften seines Dachverbandes Coburger Convent in Coburg teil. Er besuchte zudem das Stiftungsfest seiner Landsmannschaft in Bochum am 3. Mai 2019. Dafür hatte er seine Kontakte aus dem Bundestag spielen lassen und für den Abend Graf Lambsdorf (Alter Herr des Corps Palatia Bonn) als Referent in das Gasthaus Goeke nach Bochum geladen. Vielsagend ist auch, dass der AfD-Politiker Knuth Meyer-Soltau, der ansonsten Hooligans und zumindest einen gewaltbereiten Neonazi aus Bochum (Andre Zimmer) vor Gericht vertrat, ebenfalls Mitglied dieser Landsmannschaft ist. Noch interessanter ist jedoch, dass sich in der Beek vor der Gaststätte an diesem Abend mit dem AfD-Politiker in trauter Runde freundschaftlich unterhielt, wie Fotos belegen. Und zumindest noch eine pikante Verbindung pflegt in der Beek zum extrem rechten Rand. In der Adventszeit 2018 schickt der ultrarechte AfD-Flügler Hansjörg Müller eine aussagekräftige Postkarte, die in schwarz-weiß-rot gehalten ist und den faschistoiden Spruch in Frakturschrift: „Gedenke, dass du ein Deutscher bist“, enthält. Adressiert ist diese an Olaf in der Beek. Ganz ähnlich wie beim Dammbruch in Thüringen geht der AfDler auf Tuchfühlung mit dem ihm wohlbekannten FDPler: „Leiden sie auch so unter den Wortmeldungen der Linken in unserem Hohen Hause?“ Dies hörte er wiederum von Klaus Riegert (CDU), ebenfalls Alter Herr im CC. Hansjörg Müller ist Alter Herr (Korporierter mit abgeschlossenem Studium) der rechtsextremen Turnerschaft Germania Dresden, die ebenfalls im Coburger Convent organisiert ist – was er gerne unterschlägt. Er hetzt massiv gegen Geflüchtete, Linke, sprach bereits bei Pegida und ist selbst in der AfD am extrem rechten Rand angesiedelt. Müller ist Ehrenvorsitzender des AfD-Mittelstandsforum für Deutschland, während in der Beek im Bundesvorstand des FDP-Pendants „Liberaler Mittelstand“ ist. Die Interessenlage Beider ist also ähnlich: „Hauptsache gegen Links“, ob nun aus faschistischer oder neoliberaler Motivation – genau wie in Thüringen. Am 8. November 2018 hob der Bundestag die Immunität in der Beeks auf, um gegen ihn ein Strafverfahren zu führen. Worum ist dabei ging, ließen sowohl in der Beek, als auch Bundestag offen. Vor einigen Tagen geriet in der Beek unter Beschuss, weil er Mitglied einer der antisemitischen BDS-Kampagne nahestehenden Organisation war. Auf öffentlichen und internen Druck hin drohte er damit, diese Organisation bei einer Nicht-Distanzierung zu verlassen. Der komplette Artikel findet sich hier

Wenn auch unscheinbar, so sind diese rechtskonservativen und elitären Netzwerke des Coburger Convents auch in Bochum aktiv. Ein Auge auf die Machenschaften zu haben, ist anhand der aufgedeckten Fälle notwendig.

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JA-Aktivist & CC-Bursche Florian S. aus Erlangen

Vielen Dank an die Genoss:innen in Erlangen, die den folgenden Rechercheartikel verfasst haben!:

(CN: Rassismus, Antisemitismus, Frauenhass – im Folgenden kommen einige ziemlich unappetitliche Beispiele von blankem Hass. Wir haben haben das vor den jeweiligen Abschnitten immer nochmal spezifisch deutlich gemacht. Wenn ihr da keinen Bock drauf habt, dann überspringt die jeweiligen Abschnitte einfach. Ihr verpasst wirklich nichts, außer geiferndem Hass.)

„Ole Ole ole ole ole, Deutsches Reich statt BRD!“ und „Twelve years not a slave“1, das schreibt der Erlanger Student Florian S. am Tag der Befreiung 2021 unter dem Pseudonym „derSenior1878“ auf Twitter. Am gleichen Tag bekennt er: „Die NS Politik war gut für Deutschland.“ Florian S. (Selbtbeschreibung laut Insta-Bio: „männlich, weiß, deutsch“) bekennt sich nicht nur offen zum Faschismus, er ist auch ein Bursche der Landsmannschaft Saxo-Suevia aus Erlangen und ein Aktivist für die Junge Alternative Bayern.

Am 5. Juni findet der sogenannte „Coburger Convent“ (CC) statt, allerdings nicht wie sonst immer in Coburg, sondern aufgrund der Corona-Pandemie in Hannover. Doch auch dort regt sich Protest. Die Genoss*innen von der Antifa L aus Hannover organisieren den Widerstand gegen den CC vor Ort auf der Straße, das Bündnis „Studentische Verbindungen auflösen!“ trägt die Kritik an elitären Männerbünden in die sozialen Netzwerke.

Auch hier in Erlangen gibt es eine im CC organisierte Verbindung: die Landsmannschaft Saxo-Suevia, die in der Erlanger Löhestraße in einem hässlichen Neubauklotz mit 70er-Jahre Jugendherbergs-Charme residiert. In Abgrenzung zu den rechtsaußen Burschenschaften der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) (zu der auch die Frankonia Erlangen gehört), gibt man sich etwas liberaler. Auch PoC und ausländische Studierende können Mitglied werden, einen „Ariernachweis“ wie bei der DB findet man hier nicht. Mitglied werden könne jeder „ungeachtet von Herkunft oder Weltanschauung, Hautfarbe oder politischer Gesinnung, sofern diese mit der demokratischen Grundordnung vereinbar ist“, so die Saxo-Suevia auf ihrer Homepage. „Jeder“ bezieht sich in diesem Fall aber natürlich auch nur auf Männer. Frauen können keine Mitglieder werden. Es gibt allerdings einiges das dafür spricht, dass man es mit dem Bekenntnis zur Demokratie nicht so genau nimmt. Mindestens ab 2018 ist der gebürtige Neumarkter Florian S. Mitglied der Landsmannschaft Saxo-Suevia, nimmt als Fux (d.h. nicht als Vollmitglied, sondern als „Mitglied auf Probe“) an Veranstaltungen der Verbindung teil. Ob er bereits zu diesem Zeitpunkt ein gefestigtes extrem rechtes Weltbild hat oder dieses erst während seiner Zeit als Mitglied gereift ist, ist nicht zu sagen.

Fest steht, dass er bereits seit Dezember 2019 Kontakt in die rechtsextreme Szene sucht. Zu diesem Zeitpunkt tritt er der Telegram-Gruppe „Heimatliebe Erlangen“ bei, die der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ (IB) nahe steht. Dort vernetzt er sich mit anderen Rechtsextremen aus Erlangen: Aktivisten der IB, Verbindungsstudenten anderer Verbindungen, Personen aus dem Umfeld der AfD und spätere Corona Rebellen. Als Vollmitglied in die Verbindung aufgenommen wird er im Januar 2020. Kurz darauf übernimmt er für ein Semester den Posten des sog. „Fuxmajors“, der für die „Erziehung“ und den Unterricht der Füxe zuständig ist.

(CN: Frauenhass/Homophobie)
Während einer gemeinsamen Fahrt der Verbindung nach Danzig im August 2020 twittert er, er hätte jetzt „richtig Bock, das Deutschlandlied auf der Marienburg zu singen“, einen Tag später bekennt er sich auf Twitter offen zum Autoritarismus und zum Hass auf Homosexuelle und Frauen: Er wolle an der Spitze des Staates stehen oder einen, den er für richtig halte. Dieser Führer dürfe aber auf keinen Fall Homosexualität und Frauenrechte unterstützen, das lehnt er ab.2 Ein paar Tage später äußert er sich wieder offen misogyn: „Ich glaube, dass auch trad-Frauen [= rechte Frauen] glauben, sie hätten ein Recht auf eine eigene Meinung und wären dem Mann gleichgestellt, was ein Nogo wäre.“ Da bleibt Florian S. dann lieber alleine, ein gewisses „Grundlevel“ an Intelligenz hätte er so eh noch nicht wirklich in Frauen gesehen. 3

(CN: Rassismus)
Später stellt er auch seinen völkischer Rassismus zur Schau: Sex mit „einem N**er“ widerspreche der katholischen Lehre. Die „Affen“ zu christianisieren wäre zwar eine gute Idee gewesen, aber sie auf die gleiche Stufe wie Weiße zu stellen wäre eine schlechte Idee gewesen. Regelmäßig pöbelt er PoC und Frauen auf Twitter an.
„Sorry i don’t speak Africa“ hält er einer schwarzen Deutschen entgegen, fordert Menschen mit Migrationshintergrund auf „sich endlich zu verpissen“. Wer nicht 4 deutsche Großeltern habe, der solle abgeschoben („remigriert“) werden. Eine Einordnung nach „biologischer Abstammung“ sei „das natürlichste der Welt“.

(CN: Antisemitismus)
Auch offener Hass auf Juden und ein Kokettieren mit der Shoa gehört zu den Twitter Eskapaden von Florian S. Auf den Tweet einer Person, die sich fragt, was passiert wäre, „wenn die Idee eines jüdischen Staates auf Madagaskar verwirklicht worden wäre“ antworter er: „Wir lagen vor Madagaskar und hatten Zyklon B an Bord!“4 Auf einen rechten Tweet, der anprangert, dass zu Chanukkah eine Chanukkia (ein 8-armiger Kerzenhalter) und ein Davidsstern vor dem Brandenburger Tor stehen antwortet Florian S.: „Ich würd sagen, ab ins Glas“. Dieser bewusste Schreibfehler täuschte natürlich niemanden und Twitter quittierte den antisemitischen Vernichtungswunsch mit einem mehrtägigen Bann.

Im Frühjahr 2021 wurde es auf Florian S. Twitterprofil zunächst still. Schließlich wurden sogar alle Tweets gelöscht. Kurz danach bestätigte sich S. Aktivismus für die Junge Alternative, etwas, das er zuvor nur andeutete: Während dem Bundeskongress der Jungen Alternative in Volkmarsen kam derSenior1878 wieder aus der Versenkung und twitterte aus „der bayrischen Fraktion“, beschimpfte Gegendemonstranten („‚Menschen‘ ist für euch schon ein bisschen hochgegriffen“) und feierte, dass der Landesverband Bayern „alle Mehrheiten kontrollieren würde“. Bilder zeigen den jungen Mann mit Undercut und Dackelkrawatte inmitten seiner vermeintlich bürgerlichen Kameraden, die am gleichen Wochenende den Faschisten Marvin Neumann in ihren Vorstand wählten. Während dem Kongress scheint S. viele Kontakte zu anderen Aktivist*innen geknüpft zu haben und unterstützte diese z.B. vergangenes Wochenende beim Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Ein Bild zeigt ihn gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der JA Bayern, Thomas Deutscher, und Björn Höcke.

(CN: Frauenhass)
Man könnte meinen, das Löschen seiner alten Tweets wäre erfolgt, um mit weißer Weste voll als JA-Aktivist durchstarten zu können. Aber entweder war das nicht der Plan oder Florian S. ist einfach nicht besonders gut darin seinen geifernden Hass im Zaum zu halten. Immer noch hetzt er vor allem gegen Frauen („von einer Frau zu erwarten, dass sie in irgendeiner relevanten Art intelligent ist, wäre wie von einem Hund zu erwarten, dass er miaut“) Auch AfD-Politiker*innen geraten in seine Schusslinie, wenn er etwa Alice Weidel als „lesbische Bergjüdin“ beschimpft.

Florian S. ist ein gutes Beispiel für den Habitus und das Denken der sogenannten Neuen Rechten. In seinen Gastbeiträgen im neurechten Konflikt-Magazin gibt er sich intellektuell, drückt sich gewählt aus. In seinem Artikel „Postfaktisches Jugendfeuer“ (beide Artikel von Florian S. sind mittlerweile offline) schreibt er, dass sich Stimmungen im Kleinen (dem Freundeskreis und unmittelbaren Umfeld) und Großen (der ganzen Gesellschaft) durch bewusste und kalkulierte ständige Grenzüberschreitungen manipulieren lassen. Auf diese Weise könne man in einem „anfangs unpolitischen Freundeskreis […] eine rechte Grundstimmung etablieren“. Auf seinem Twitterprofil setzt er diese Strategie als Teil des rechten Sifftwitters dann um und pöbelt und hetzt ganz ungeniert. Offiziell und öffentlich gibt man sich intellektuell, wenn niemand hinsieht lässt man die Masken fallen.

Aber ist Florian S. vielleicht ein Einzelfall innerhalb der Verbindung? Ein schwarzes Schaf? Wissen seine Bundesbrüder vielleicht nichts von seinen Twittereskapaden? Möglich, aber eigentlich auch egal – es gibt weitere Beispiele an denen sich zeigt, dass die Landsmannschaft Saxo-Suevia keinerlei Berührungsängste nach Rechtsaußen hat. Stefan Böhmer, alter Herr der Nazi-Burschenschaft Frankonia und bereits wegen Volksverhetzung verurteilt, ist gern gesehener Gast in der Löhestraße. Auch andere Burschen der Frankonia sind dort zu Besuch, so zum Beispiel bei der Mensur (dem Fechten mit scharfen Waffen) von Florian S. selbst.

Und so bilden sich Netzwerke zwischen konservativen, reaktionären und faschistischen Kreisen. David Ermes, ehemaliger Pressesprecher der CDU Deutschland und mittlerweile tätig für das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein, ist stolzer alter Herr der Saxo-Suevia, auf der Website der Verbindung mit Bild und Name aufgeführt. Andere alte Herren arbeiten etwa in herausgehobener Stellung für Siemens in Erlangen oder als Arzt. Einmal im Jahr zum Stiftungsfest treffen sich dann alle zum gemeinsamen Saufen mit Rassisten, Antisemiten, Nazis und frönen ihrem sexistisch-patriarchalen Weltbild.

Zum Schluss wollen wir uns noch einmal einem Zitat von Florian S. widmen. In seinem Gastbeitrag „Politischer Pragmatismus“ schreibt er: „Es gibt keine ‚guten Linken‘, es gibt keine Kompromisse mit unseren politischen Gegnern.“ Florian S. politische Gegner sind wir, sind alle die eine offene, pluralistische, freie Gesellschaft wollen. Alle, die sich für Menschlichkeit und Solidarität einsetzen. An diesem Punkt hat Florian S. sogar Recht: Es gibt keine Kompromisse mit Nazis, Rassisten, Antisemiten. Man diskutiert nicht mit ihnen. Man bekämpft sie.
Für die befreite Gesellschaft! Kein Fußbreit den Faschisten!



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Gegen den Pfingstkongress in Hannover auf der Straße und im digitalen Raum!

Nachdem der Pfingstkongress des CCs letztes Jahr pandemiebedingt glücklicherweiße ausfiel, geht es dieses Jahr wieder weiter wie in den Jahren zuvor. Mit dem Unterschied, dass sich der CC dieses Jahr nicht am Pfingstwochenende in Coburg, sondern nur am 5.6. in Hannover trifft. Stattfinden wird der Pfingstkongress in Tagungsräumen der Deutschen Messe in Hannover. Nachdem der Deutschen Messe klar wurde wer sich da bei ihnen treffen will, versuchte sie den Mietvertrag mit den Korporierten zu kündigen, wogegen die Burschis, leider erfolgreich, Klage einlegten. Die Genoss:innen der Antifa L in Hannover werden diese Ansammlung von reaktionären Männern zum Glück nicht einfach hinnehmen. Schaut gerne mal bei ihnen vorbei!

Durch die Pandemie ist es für viele von uns nicht möglich nach Hannover zu reisen, um Genoss:innen vor Ort dabei zu unterstützen den Burschen ihren Pfingstkongress zu versauen. Dabei ist der Pfingstkongress die Spitze eines Problems, das sich über das gesamte Jahr in ganz Deutschland und Österreich verteilt. An Pfingstwochenenden ohne Pandemie kommen die Korporierten des CC zu einem Vernetzungstreffen zwischen neuer Rechter und konservativer Elite zusammen. Dabei marschieren sie mit Fackeln durch die Coburger Innenstadt und machen sie zu einem Ort an dem sich alle, die nicht in ihr Weltbild passen, weder wohl noch sicher fühlen können. Eine derartige, offensive Raumnahme ist dank jahrelanger antifaschistischer Handarbeit oft nicht mehr in “ihren Städten” möglich. Und damit das auch so bleibt, wollen wir dieses Jahr den Spieß umdrehen und die Burschis besuchen. Das bedarf natürlich eurer Hilfe!

Werdet rings um den 5.6. bei Euch vor Ort aktiv: besucht die Häuser der Burschis, macht darauf aufmerksam, was sich dort abspielt, wer sich dort aufhält und welche personellen Überschneidungen es zwischen dem CC und rechten Gruppierungen gibt. Teilt Fotos von euren (aktuellen oder vergangenen) Aktionen gegen Burschis, euren Erfahrungen mit, Meinungen über und Kritikpunkten an Studentenverbindungen auf euren Social-Media-Kanälen und lasst damit Genoss:innen in anderen Städten wissen, dass sie mit dem Burschiproblem nicht allein sind. Wir schlagen vor dafür den Hashtag #nocc zu nutzen. (Gerne könnt Ihr uns auch Inhalte (anonym) an unsere Mailadresse zuschicken).

Zeigt euch solidarisch mit Genoss:innen in anderen Städten, die dasselbe Problem haben! Lasst den Burschen keine Ruhe auf ihren Häusern und leitet diesen Aufruf gerne auch an Euch bekannte Genoss:innen weiter, damit klar wird, dass die Burschen weder in eurer Stadt, Hannover, Coburg, noch sonst wo wilkommen sind!

Um auch digital weiter an unserem Ziel zu arbeiten, haben wir nach über 10 Jahren praktischer Kritik an Studentenverbindungen nun auch den Weg auf die Social Media Plattformen gefunden. Neben Facebook, findet Ihr uns jetzt auch auf Twitter und Instagram. Dort wird Ende des Monats eine theoretische Auseinandersetzung mit der Selbstdarstellung der Burschis stattfinden.

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Polizei überfordert: Holifarbe oder Knallkörper? – Verfahren gegen Antifaschist*In eingestellt!

Nach der letztjährigen Demonstration gegen den sog. “Pfingstkongress” des reaktionären Coburger Convents (CC) verzeichnen wir wieder einen Gewinn im Kampf gegen die staatliche Repression.

Auf der Abschlusskundgebung kam es zur Verhaftung von einem*r Aktivist*In. Schnell wurde von den unfähigen, eingesetzten Beamten der Vorwurf konstruiert, gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben. Der Wahnsinn an der Sache: Aus der Demonstration wurden lediglich sog. Holi-Kanonen “gezündet”, die durch eine geringe Menge an Druckluft ein Farbpulver verteilen.
Die Polizeiführung – der bestenfalls Inkompetenz unterstellt werden kann – übernahm die Kategorisierung in “Zünden von Knallkörpern” unkritisch und ohne jede weitere Prüfung. Gegenüber der Presse wurde somit das Bild von “gewalttätigen Demonstranten” propagiert – auch diese übernahm die falsche Darstellung des Polizeiberichtes.

Die selbsternannten “Ordnungshüter*Innen” folgen damit ihren Traditionen in Coburg. Dabei sind deren Fantasie keine Grenzen gesetzt:
Als “Gewaltaufrufe” verklärte Parolen, überzogene (Vor-)Kontrollen von Demonstrant*Innen oder das Verbot von Seitentransparenten aus billigen – dennoch leider gerichtsfesten – Gründen (vielleicht ist es hier nach 10 Jahren auch mal wieder Zeit für “Runde 2”).

Eine Nicht-Ahndung von versuchten Totschlägen (bspw. 2014 bei einem Neonazi-Angriff auf den Infopunkt der Proteste oder letztes Jahr durch einen Burschi), Zugangsermöglichung für Neonazis auf linken Kundgebungen oder eine fast militärische Begleitung linker Demonstrationen von überzogener Truppstärke der BePo und des USK, setzen dem Ganzen die Krone auf.

Die Polizei agiert seit Jahr(-zehnt-)en auch in Coburg deutlich politisch, verbreitet Falschnachrichten und hat nicht einen(!) der im letzten Jahrzehnt erfolgten Vorwürfe gegen linke Demonstrant*Innen gerichtsfest beweisen können. An der Motivation, derart falsch zu arbeiten, hat dies sowohl bei Staatsschutz-Beamt*Innen als auch der “normalen Coburger Polizei” nichts geändert.

Wir verurteilen euch, euer Handeln und freuen uns auf die kommenden Siege gegen eure Repressionsversuche!
Antifa bleibt Handarbeit – Pfingsten auf nach Coburg!

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SPD Coburg wählen heißt Ja zum CC!

Eine kurze Stellungnahme zu einer schon viel zu lange währenden SPD- Tradition

Seit Jahren empfängt die von SPD – geführte Coburger Stadtspitze den CC mit offenen Armen. Seit Jahren hofiert die SPD damit das Gruselkabinett reaktionärer Männerbünde. Seit Jahren werden rechtsradikale Verbandsmitglieder und ganze Bünde mit neu-rechter Ideologie durch die SPD geduldet.

Die Stadtführung ermöglicht Jahr für Jahr, dass der Coburger Convent (CC) über Pfingsten den gesamten öffentlichen Raum nutzen kann. Dem CC wird städtische Infrastruktur zur Verfügung gestellt, wie zum Beispiel Schulen als Schlafplätze. Die Schüler*innen u. Reinigungskräfte dürfen sich nach dem Wochenende über Kotze in Schulklos und Waschbecken freuen. Sogar beim alljährlichen Fackelmarsch der Verbindungsstudenten, der wohlgemerkt unverkennbar an die Ästhetik von antisemitischen Bücherverbrennungen im Nationalsozialismus anschließt, dürfen diese vom Rathausbalkon sprechen. Die „demokratische“ SPD Stadtratsfraktion kümmert es nicht, wenn dann bei einem brennenden Fackelhaufen auf dem Marktplatz vom Rathausbalkon nationalistische und reaktionäre Thesen verbreitet werden. „In einem Nationalstaat, der sich laut Grundgesetz auf das ‚Deutsche Volk‘ gründet, müsse es möglich sein, „darüber zu diskutieren, wie viel Zuwanderung unser Land verträgt. Gleiches gilt für das Recht, neuen Sprachregelungen und Wertekonstruktionen kritisch gegenüberzustehen“, Dr. Matthias Donath (Rede zum „Fackelmarsch“ 2019).
Dass solche Bilder und Aussprüche auch die lokale Neonaziszene anzieht verwundert nicht. Anderer Ansicht ist der abtretende SPD- OB (2014 – 2019). Er meint vielmehr, der ekelhafte / kotzkonservative / deutsch-nationale Männerbund trage durch sein „buntes Couleur“ (Grußwort 2016) zu einem bunten und vielfältigen Coburg bei. Im nahenden (und scheinbar überreifen) Ruhestand hat der OB hoffentlich noch einmal Zeit, sich mit Begriffen wie Diversität und Vielfalt zu befassen. Auch der vorherige SPD- OB Kastner (1990 – 2014) unterstützte gerne den CC, sich anzubiedern scheint Tradition der SPD Coburg zu sein.

Der Coburger Convent an Pfingsten spaltet die Stadt. Viele Coburger*innen verlassen über Pfingsten die Stadt oder meiden die Altstadt um sich sexistischen Sprüchen, Kotzflecken und betrunkenen Männergruppen nicht aussetzen zu müssen. Körperliche Übergriffe gegen alternative Jugendliche runden das Bild ab. Trotzdem verweigert sich die Stadt und damit auch die SPD Coburg der Kritik, die von den Protesten auf die Straße getragen werden, und das schon seit weit mehr als 10 Jahren. So blieb die Stadtspitze beispielsweise 2018 einer Podiumsdiskussion fern, an der auch Kritiker*innen teilnahmen, und schickten lieber ein SPD-Basismitglied. Mit dem OB-Kandidat der SPD, Dominik Sauerteig, wird sich an dieser Haltung nichts ändern. Sauerteig selbst ist Mitglied einer Schülerverbindung, wird jedes Jahr an CC Veranstaltung gesehen und nimmt an Kneipen der Landsmannschaft Franco-Borussia (im CC) teil.

Dass die SPD, Freund*in und Helfer*in des deutschen Nationalismus und Kapitals ist, ist ihre Tradition: Vor einem Jahrhundert durch die Gewährung von Kriegskrediten (1914) oder die blutige Niederschlagung der Novemberrevolution mit rechten Freicorps, womit dem deutschen Faschismus der Weg bereitet wurde. Ebenso durch den sozialen Kahlschlag, Vereinzelung und neoliberale Alternativlosigkeit durch die Agenda 2010 oder der Abschiebung von Schutzsuchenden in den Tod durch die Deklaration von Krisengebieten als sogenannte „sichere Drittstatten“. Auch im Kleinen bleibt die SPD sich treu und empfängt und unterstützt wie jedes Jahr auch dieses Jahr den reaktionären, elitären und sexistischen Coburger Convent an Pfingsten, da kann Kevin Kühnert so viel von Sozialismus faseln wie er will.

Solange sich bei der SPD nichts tut, bleibt auch für uns Alles beim Alten:
Wer hat uns verraten?
Die Sozialdemokraten!


Pfingsten 2020 nach Coburg gegen reaktionäre Männerbünde und ihre Fans !

PS: Mit dem Text möchten wir uns weder positiv auf Wahlen oder ein parlamentarisches Demokratieverständnis beziehen, noch dazu Aufrufen Partei xy zu wählen!

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Klare Absage für den Fackelmarsch!

Gestern abend wurde dem schaurigen Höhepunkt des reaktionären CC, dem Fackelmarsch, eine klare Absage erteilt, indem wir uns den öffentlichen Raum zurückholten. Insgesamt waren 90 Menschen auf einer lautstarken Tanzdemo, auf welcher mit Beats und guter Stimmung aufgezeigt wurde, wie eine vielfältige Gesellschaft aussieht. Eine Videokundgebung direkt am Markt besuchten rund 40 Passant*innen. Die alles andere als unpolitische Rede des CC vom Rathausbalkon, bei welcher die Korporierten Verständnis für Rassisten in Ostdeutschland forderten und das Sterben im Mittelmeer legitimierten, blieb nicht ungestört. Dass antifaschistische Arbeit in Coburg weiterhin ein Muss bleibt, zeigte sich als ein durch den Fackelmarsch aufgeheizter Neonazis versuchten die Tanzkundgebung zu stören. Durch schnelle Intervention konnten jedoch Übergriffe verhindert werden. Leider war die Polizei nicht gewillt die Handys der filmenden Neonazis zun kontrollieren und das Material zu löschen. Einer der Neonazis war bereits 2013 an einem Angriff auf den damaligen Infopunkt beteiligt, nach welchem er wegen des Zeigens des Hitlergrußes verurteilt worden war.

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